
Eine KI, die einem die Software baut, die man auf der Baustelle wirklich braucht, und das ganz ohne Programmierkenntnisse? Ich habe den Selbstversuch gemacht und dabei gelernt, wo das richtig gut funktioniert und wo man besser die Finger davon lässt.
Vibe-Coding heißt: Man baut sich Software mit einer KI zusammen, einfach indem man ihr in normaler Sprache sagt, was man braucht. Ganz ohne Programmierkenntnisse, so das Versprechen. Klingt doch wie gemacht für den Bau, wo man ständig ziemlich spezielle Lösungen braucht. Eine kompliziertere Lohnabrechnung als bei uns gibt es in kaum einer anderen Branche. Auch die Statik hat es in sich, man denke nur an Baugrund mit Grundwasser und lauter unterschiedlichen Bodenschichten. Und das Projektmanagement mit ständig wechselnden Standorten, Partnern und Bauaufgaben ist sowieso eine Nummer für sich.
Wäre es da nicht klasse, wenn man nicht mehr auf Software von der Stange angewiesen wäre, sondern seiner KI einfach sagen könnte, was man braucht?
Selbstversuch
Ich bastle in meiner Freizeit gerne mal an Software herum. Also dachte ich mir: Mit Claude Code müsste sich doch eine Handy-App auf der Höhe der Zeit hinbekommen lassen. Herausgekommen ist eine App, mit der man gemeinsame Listen in Echtzeit teilt, um Einkäufe, Aufgaben und Projekte in der Familie, der WG oder im Verein zu organisieren. Ich will hier nicht ins Detail gehen, aber es hat richtig gut geklappt. Schauen Sie sich das Ergebnis gerne selbst an, zum Download auf https://merkio.de an. Kostenlos und lizenzfrei.
Kostenlos und lizenzfrei. https://merkio.de
Wichtige Erkenntnisse
Ohne ein klares Konzept geht gar nichts, und man muss sich ordentlich mit den nötigen Werkzeugen, Datenbanken, Servern und so weiter auseinandersetzen. Das bleibt einem nicht erspart.
Man muss keine einzige Zeile Code selbst schreiben. Dafür hat man am Ende auch keinen blassen Schimmer, was im Code eigentlich steckt.
Finger weg davon bei einem echten Projekt im Unternehmen, auch wenn die IT-Abteilung Ihnen hoch und heilig verspricht, dass das schon alles läuft.
Chancen und Grenzen
Vibe-Coding kann einem an vielen Stellen die Arbeit spürbar erleichtern. Eine ausgefeilte Excel-Tabelle mit Grafiken und automatischen Auswertungen bauen, ein Makro für Word schreiben, Mails automatisch sortieren lassen oder eine PowerPoint auf Knopfdruck übersetzen. Genau dafür eignet es sich hervorragend, und das sollten Sie unbedingt ausprobieren und in Ihren Betrieb holen.
Bilden Sie sich aber bitte nicht ein, dass Sie damit eine bessere Lohnabrechnung oder ein eigenes Kalkulationsprogramm auf die Beine stellen. Wenn Sie kein Software-Architekt sind, sprengt das schlicht die Grenzen des Machbaren.
Fazit
Gerade am Bau, wo sich die Aufgaben ständig ändern, ist Vibe-Coding eine echte Hilfe und eine große Chance. Verwaltungskram bekommen Sie damit auf einmal richtig schnell und besser vom Tisch.
Am meisten verändern wird sich aber die Softwarebranche selbst, denn mit dieser Unterstützung bringt sie neue Lösungen viel schneller und gezielter auf den Markt. Denken Sie also schon mal über einen Wechsel nach: weg von der Softwarefirma, die immer noch an einer Lösung herumdoktert, die im Kern aus den 90ern stammt, hin zu einem Anbieter, der moderne Software zügig auf Ihre Bedürfnisse zuschneidet.