Mein Kommentar (Arnulf Christa): Eine Milliarde Euro für ein Datencenter in Sydney, 24 Monate Bauzeit, 250 Baustellen-Jobs — das ist nicht nur Bau im bisherigen Sinne, aber es zeigt, wie Tech-Infrastruktur zum neuen Großkundengeschäft wird. Für Bauunternehmen bedeutet das: Wer nicht in die Planung und das Projektmanagement von Rechenzentren denkt, verliert ein wachsendes Segment. Die Fachkräfte dafür kommen aus unserem Handwerk, aber mit anderen Anforderungen.
Am 1. Oktober 2026 erteilte die NSW Department of Planning, Housing and Infrastructure die Baugenehmigung für Microsofts Honeman Close Data Centre in Huntingwood, etwa 50 Kilometer westlich des Sydneyer Zentrums. Das genehmigte Projekt hat einen Kapitalwert von AUD 1,263 Milliarden (etwa EUR 785 Millionen oder USD 878 Millionen) und stellt eines der größten Hyperscale-Rechenzentrums-Infrastrukturprojekte Australiens dar. Die Anlage ist als fünfstöckige Struktur mit einer Höhe von 43,25 Metern konzipiert und umfasst 40 einzelne Datenhallen mit einer kombinierten Bruttogrundfläche von 39.267 Quadratmetern.
Das Rechenzentrum wird für eine IT-Last von 96 Megawatt ausgelegt, mit einer Gesamtfacilität-Stromversorgung von 140 Megavolt-Ampere. Die Konstruktion wird voraussichtlich etwa 24 Monate ab Baubeginn dauern, wobei das Projekt voraussichtlich 250 Bauarbeitsplätze und 74 dauerhafte Betriebsstellen schaffen wird. Die regulatorische Genehmigungsentscheidung führte die erhebliche Kapitalinvestition und regionale Beschäftigungsgenerierung als primäre Begründungsfaktoren an.
Das Projekt veranschaulicht die globale Beschleunigung im Hyperscale-Rechenzentrums-Bau, angetrieben durch Cloud-Computing-Expansion und Anforderungen der künstlichen Intelligenz-Infrastruktur. Für den deutschen Bau- und Gebäudetechniksektor dient das Sydney-Projekt als Referenzmodell für die zunehmend komplexen technischen und regulatorischen Anforderungen der großmaßstablichen Rechenzentrums-Entwicklung – ein Sektor mit exponentiellem Wachstum auch in Deutschland, besonders im Frankfurter Rechenzentrums-Cluster und anderen strategischen europäischen Standorten.
Quelle: The Tech Capital
